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25. Februar 2008 - Ausstellung über Esperlin und EmeleKlein aber fein präsentiert sich derzeit eine Ausstellung im Rathaus in Ingoldingen. Sie ist zwei Künstlern gewidmet, deren Werk im 18. Jahrhundert die barocke Kulturlandschaft zwischen Donau und Bodensee entscheidend mitgeprägt haben: Es sind dies der Maler Joseph Esperlin und der Baumeister Jakob Emele. Beide Künstler wurden 1707 in der nächsten Umgebung von Ingoldingen geboren: Joseph Esperlin im Teilort Degernau und Jakob Emele in Stafflangen. Für den Ingoldinger Bürgermeister Karl Zeller war es deshalb selbstverständlich, die beiden berühmten Söhne aus der Raumschaft ins Blickfeld einer größeren Öffentlichkeit zu rücken, als ihm vom Heimatforscher Otto Minsch aus Bad Schussenried das Angebot gemacht wurde, das Lebenswerk der beiden Künstler im Rahmen einer Fotoausstellung zu dokumentieren. Zur Ausstellungseröffnung am vergangenen Montagabend konnte Bürgermeister Zeller zahlreiche Gäste begrüßen. Nicht ohne Stolz verwies er auf die Aktivitäten, die zur Zeit das öffentliche Augenmerk verstärkt auf Ingoldingen richten: zuerst der Berufsinformations- und Ausbildungstag zur Stärkung der Hauptschule, jetzt die Fotoausstellung und Ende Mai dann das Kreismusikfest. Das Gemeindeoberhaupt bedankte sich bei dieser Gelegenheit beim Bläserensemble des Musikvereins, das trotz des Organisationsdruckes durch das nahende Kreismusikfest es sich nicht hatte nehmen lassen, die Ausstellungseröffnung musikalisch zu umrahmen. In seinem Referat ging Otto Minsch auf Lebensweg und Lebenswerk der beiden genialen Künstler ein, die schon zu Lebzeiten höchstes Ansehen genossen. Wer sich auf Spurensuche nach dem Maler Esperlin begibt, findet seine Altarbilder. Gemälde und Fresken z. B. in den Kirchen von Scheer, Burgrieden, Zweifelsberg, Biberach, Steinhausen, Donaueschingen, Offenburg und Solothurn, seine Gemälde in den Museen von Biberach, Stuttgart, München und Basel, wo er seine zweite Lebenshälfte verbracht hatte. Zu Studienzwecken hielt er sich in Rom und Paris auf. Jakob Emele ist der Künstler, der, nachdem er 22-jährig in Roppertsweiler eingeheiratet hatte, seiner Heimat sein ganzes Leben lang treu geblieben ist.Mit seiner Schaffenskraft, Genialität und unbändigem Lernwillen hat er vielen Dörfern und Städten Oberschwabens ihr Gesicht gegeben. Er war der Baumeister beim Neubau oder der Barockisierung der Kirchen von Muttensweiler, Michelwinnaden, Eberhardzell, Winterstettendorf, von ihm stammen die schönen Pfarrhöfe in Eggmannsried, Stafflangen und Eberhardzell. Das Schussenrieder Kloster mit seinem weltberühmten Bibliotheksaal ist sein Werk. Die Stadt Waldsee verdankt ihm seine prächtige Fassade ihrer Stadtkirche, Tettnang das Schloss Montfort, und in Meersburg wirkte er beim Neuen Schloss in dem Architektenensemble mit. Viele Kirchtürme, die malerisch in den oberschwäbischen Himmel ragen, tragen seine Handschrift. Den Gästen der Eröffnungsausstellung gab Otto Minsch die Goethesche Weisheit mit auf den Nachhauseweg: “Ich sehe nur das, was ich weiß.“ Was er bei seinen Zuhörern sicher erreicht hat, und was er sich natürlich auch von den Besuchern der Ausstellung erhofft, ist, dass sie sich ein wenig auf Spurensuche begeben und dazu beitragen, dass Esperlin und Emele in ihrer Heimat nicht vergessen werden.
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